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Neue Borkenkäferart in der Schweiz

Der aus Skandinavien stammende Nordische Fichtenborkenkäfer ist erstmals in der Schweiz entdeckt worden. Er wurde auf beiden Seiten des Rheintals sowohl mit Hilfe spezifischer Lockstoff-Fallen als auch bei der Kontrolle von gelagertem Käferholz nachgewiesen. Die neu in der Schweiz beobachtete Käferart befällt vorwiegend Fichten.

Nordische Fichtenborkenkäfer und Fichtenborke mit Einbohrlöchern des Nordischen Fichtenborkenkäfers. (Fotos: Nina Feddern, Beat Wermelinger/WSL)

Der Nordische Fichtenborkenkäfer (Ips duplicatus) ist in Skandinavien, dem östlichen Europa, Russland und Asien heimisch. Seit einigen Jahren gibt es vermehrt auch Nachweise aus Mitteleuropa, so aus Deutschland und Österreich. Neben der natürlichen Ausbreitung dürfte für das Vordringen nach Süden vor allem der Transport von berindetem Fichtenholz über Strasse und Schiene verantwortlich sein.

Die Entwicklung des neu auftretenden Käfers verläuft ähnlich wie beim Buchdrucker (Ips typographus), der in der Schweiz und Liechtenstein häufigsten Borkenkäferart an Fichten. Der an tiefere Temperaturen gewöhnte Nordische Fichtenborkenkäfer fliegt allerdings im Frühling tendenziell früher aus als der Buchdrucker. Auch seine Larvenentwicklung ist etwas schneller.

Beide Borkenkäferarten sind direkte Konkurrenten um Brutplätze unter der Borke der Fichtenstämme. Unklar ist aber noch, ob der Nordische Fichtenborkenkäfer in Zukunft zusätzlichen Befall verursachen und welche wirtschaftlichen Folgen der Käferbefall haben wird.